Brot und Rosen – Begrüßungsrede zur Preisverleihung des Marburger Leuchtfeuers 2011

Begonnen haben wir diese Feierstunde mit dem Lied „Brot und Rosen“. Damit wollten wir an zwei engagierte Mitstreiterinnen erinnern, die im vergangenen Jahr von uns gegangen sind. Wir trauern um Käte Dinnebier und um Erdmuthe Sturz.

Unsere Leuchtfeuer-Preisträgerin Käte Dinnebier ist am 8. August 2010 verstorben. Wer Käte kannte, der kennt wahrscheinlich auch das Lied „Brot und Rosen“. Es ist das internationale Kampflied der Frauen für gleichen Lohn und Gleichberechtigung am Arbeitsplatz; und es war gewissermaßen Kätes Erkennungsmelodie.

Dir, liebe Kirsten Dinnebier, danke ich dafür, dass Du Deine Mutter heute hier vertrittst. Ebenso wie meine Ehefrau Erdmuthe hat auch Käte an fast allen bisherigen Preisverleihungen des Marburger Leuchtfeuers für Soziale Bürgerrechte teilgenommen. Du hast also, liebe Kirsten, von Deiner Mutter auch hier eine Tradition geerbt, die sich fortzuführen lohnt.

Nach langem – immer tapferen und meist auch heiterem – Kampf gegen ihre schwere Krebserkrankung hat mich meine geliebte Erdmuthe am 28. September 2010 für immer verlassen. Sie und Käte hatten – vor allem in den letzten Jahren – ein recht gutes Verhältnis zueinander, kämpften doch beide für die Gleichberechtigung von Frauen und für gewerkschaftliche Rechte.

Was aber haben die Frauenrechtlerin und Gewerkschafterin Käte Dinnebier und die Altphilologin und Anglistin Erdmuthe Sturz mit der heutigen Preisträgerin zu tun? Diese Frage ist schnell beantwortet:

Beide haben sich auch sehr nachdrücklich für eine gerechte und sozial orientierte Bildung eingesetzt. Die Leuchtfeuer-Preisträgerin des Jahres 2007 war zudem geradezu ein Musterbeispiel dafür, dass die Arbeit der Leuchtfeuer-Preisträgerin 2011 von großer Bedeutung ist, hatte doch Käte nie Abitur machen und schon gar nicht studieren können. Als Arbeiterkind hat sie ihre Bildung für eine Karriere von der Hilfsarbeiterin bis zur Gewerkschaftsvorsitzenden in der sprichwörtlichen „Schule des Lebens“ erworben.

Diese Ochsentour möchte Katja Urbatsch anderen ersparen. Deswegen hat sie das bundesweite Netzwerk ArbeiterKind ins Leben gerufen. Doch dazu hören wir gleich mehr aus berufenerem Munde.

Ihnen, Herr Schäfer-Gümbel, danke ich für die Bereitschaft, hier heute die Laudatio auf die Preisträgerin des „Marburger Leuchtfeuers für Soziale Bürgerrechte“ zu halten. Ebenso danke ich Ihnen, Herr Universitätspräsident Prof. Dr. Joybrato Mukherjee, für Ihr kurzes Grußwort, das Sie gleich an uns richten werden.

Vorher aber wird unser Oberbürgermeister Egon Vaupel zu uns sprechen, dem ich bei dieser Gelegenheit noch einmal zu seiner eindrucksvollen Wiederwahl gratulieren möchte. Behalten Sie Ihr soziales Herz und lassen Sie es hell leuchten hoch über Marburg, Herr Vaupel!

Außerdem gilt mein Dank Jochen Schäfer, der uns heute musikalisch begleitet. Und selbstverständlich gilt er auch Ihnen allen, die Sie heute hierhergefunden haben in den Historischen Saal, wo wir jetzt bereits zum siebten Mal das „Marburger Leuchtfeuer für Soziale Bürgerrechte“ überreichen. Ihnen allen – besonders aber unserer heutigen Preisträgerin Katja Urbatsch – wünsche ich nun eine schöne und besinnliche Feierstunde.

Franz-Josef Hanke

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